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Pflege

Pflegebegriffe von A bis Z – Glossar für die Pflegeausbildung

Du lernst Pflege – oder willst verstehen, wovon Pflegekräfte sprechen? Dieses Glossar erklärt die wichtigsten Fachbegriffe aus der Pflege und der Pflegeausbildung. Klar, präzise und ohne unnötiges Fachchinesisch.

A

Aktivierende Pflege

Pflegeansatz, bei dem Pflegekräfte Patientinnen und Patienten gezielt dabei unterstützen, vorhandene Fähigkeiten zu erhalten und zu fördern – anstatt alle Aufgaben zu übernehmen. Ziel ist der Erhalt von Selbständigkeit und Lebensqualität.

Altenpflegehilfe

Veraltete Bezeichnung für die Ausbildung zur Pflegehilfskraft in der Altenpflege. Seit 2021 wurde die Ausbildung mit der Krankenpflegehilfe zur einheitlichen Pflegehelfer/-in-Ausbildung zusammengeführt.

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Anamnese

Systematische Erfassung der Krankengeschichte eines Patienten oder einer Patientin – inklusive aktueller Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamente und Lebensumstände. Grundlage für die Pflegeplanung.

Ausbildungsverbund Pflege

Zusammenschluss von Pflegeschule und Pflegebetrieben zur gemeinsamen Durchführung der Pflegeausbildung. Das IBB Harz führt einen Ausbildungsverbund mit über 40 stationären und ambulanten Einrichtungen im Landkreis Harz. Auszubildende schließen einen Vertrag mit einem Verbundpartner.

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B

Basale Stimulation

Pflegekonzept zur Förderung der Wahrnehmung und Kommunikation bei Menschen mit schweren Beeinträchtigungen. Über gezielte Sinnesreize (Berührung, Bewegung, Klang) wird Kontakt zur Umwelt ermöglicht.

Bedarfsorientierte Pflege

Pflege, die sich individuell an den Bedürfnissen, Wünschen und Ressourcen des einzelnen Menschen orientiert – im Gegensatz zu einem einheitlichen Pflegeschema.

Bezugspflege

Pflegekonzept, bei dem jede Patientin und jeder Patient einer festen Pflegeperson zugeordnet ist, die Hauptverantwortung für die Pflege übernimmt. Fördert Kontinuität und Vertrauen.

Biografiearbeit

Methode in der Pflege, bei der die Lebensgeschichte von Patientinnen und Patienten systematisch erfasst und in die Pflegeplanung einbezogen wird. Besonders wichtig in der Betreuung demenzkranker Menschen, um individuelle Bedürfnisse, Gewohnheiten und Vorlieben zu verstehen.

 

D

Dekubitus

Druckgeschwür – eine lokale Schädigung der Haut und/oder des darunter liegenden Gewebes, die durch anhaltenden Druck entsteht. Betroffen sind häufig bettlägerige oder immobile Patientinnen und Patienten.

Dekubitusprophylaxe

Alle Maßnahmen zur Vorbeugung von Druckgeschwüren (Dekubitus). Dazu gehören regelmäßiges Umlagern, Hautpflege, Druckentlastung durch spezielle Matratzen und Lagerungshilfen sowie Bewegungsförderung.

Demenz

Oberbegriff für Erkrankungen, die mit einem fortschreitenden Verlust von Gedächtnis, Denkvermögen und anderen geistigen Fähigkeiten einhergehen. Die häufigste Form ist die Alzheimer-Erkrankung. Betreuung und Pflege demenzkranker Menschen ist ein zentrales Thema in der Pflegeausbildung.

Dokumentation (Pflege)

Schriftliche oder digitale Erfassung aller pflegerischen Maßnahmen, Beobachtungen und Veränderungen des Zustands von Patientinnen und Patienten. Die Pflegedokumentation ist gesetzlich vorgeschrieben und dient der Qualitätssicherung sowie der Kommunikation im Team.

E–F

Empathie (in der Pflege)

Fähigkeit, sich in die Lage und die Gefühle von Patientinnen, Patienten und Angehörigen hineinzuversetzen. Empathie gilt als eine der wichtigsten Grundkompetenzen in Pflegeberufen.

Exsikkose

Austrocknung des Körpers durch Flüssigkeitsmangel. Häufig bei älteren Pflegebedürftigen – da das Durstgefühl im Alter nachlässt. Prophylaxe und Erkennen von Exsikkose sind Teil der Pflegeausbildung.

Fixierung

Freiheitsentziehende Maßnahme in der Pflege, z. B. durch Bettgitter oder Gurte. In Deutschland streng geregelt und nur unter bestimmten Voraussetzungen und mit richterlicher Genehmigung zulässig.

G

Generalistische Pflegeausbildung

Seit 2020 in Deutschland gültige einheitliche Pflegeausbildung, die die frühere Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege zu einem Abschluss zusammenführt: Pflegefachmann / Pflegefachfrau. Absolventinnen und Absolventen sind für alle Pflegebereiche und alle Altersstufen qualifiziert. Der Abschluss ist bundesweit und EU-weit anerkannt.

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Grundpflege

Pflegerische Maßnahmen zur Unterstützung bei den Grundbedürfnissen des Alltags: Körperpflege, Ernährung, Mobilisation, Ausscheidung und Schlaf. Grundpflege ist Kernaufgabe sowohl von Pflegefachkräften als auch von Pflegehilfskräften.

H–K

Häusliche Krankenpflege

Pflege, die ambulant in der eigenen Wohnung der pflegebedürftigen Person stattfindet. Umfasst Behandlungspflege (z. B. Wundversorgung, Medikamentengabe) und Grundpflege.

Inkontinenz

Unvermögen, Blase oder Darm willentlich zu kontrollieren. Harn- und Stuhlinkontinenz sind häufige Pflegediagnosen. Inkontinenzprophylaxe und -versorgung sind wichtige Themen in der Pflegeausbildung.

Intensivpflege

Spezialisierte Pflege für schwerkranke oder nach Operationen befindliche Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen. Erfordert nach der Pflegefachausbildung eine spezifische Fachweiterbildung.

Kontrakturprophylaxe

Maßnahmen zur Vorbeugung von Gelenkversteifungen (Kontrakturen) durch regelmäßige Bewegungsübungen, Lagerung und Mobilisation immobiler Patientinnen und Patienten.

L–M

Lagerung

Gezieltes Positionieren von Patientinnen und Patienten zur Vorbeugung von Druckgeschwüren, zur Atemunterstützung oder zur Schmerzlinderung. Verschiedene Lagerungsarten (z. B. 30-Grad-Lagerung, Oberkörperhochlagerung) werden in der Ausbildung gelehrt.

Mobilisation

Förderung der Bewegungsfähigkeit von Patientinnen und Patienten – z. B. Aufstehen, Gehen, Transfer vom Bett in den Stuhl. Mobilisation ist eine zentrale pflegerische Aufgabe und wichtig für Heilungsprozesse.

Mundpflege

Pflege der Mundhöhle zur Vorbeugung von Infektionen, Austrocknung und Zahnproblemen. Besonders wichtig bei beatmeten, bewusstseinseingeschränkten oder schluckgestörten Patientinnen und Patienten.

P

Palliativpflege

Pflege von Menschen mit einer unheilbaren, lebensbedrohlichen Erkrankung. Ziel ist nicht die Heilung, sondern die Linderung von Schmerzen und anderen Beschwerden sowie die Begleitung des Sterbeprozesses. Palliativpflege ist Teil der Pflegefachausbildung.

Pädiatrie

Medizinischer Fachbereich für Kinder und Jugendliche. In der generalistischen Pflegeausbildung ist ein Pflichteinsatz in der pädiatrischen Pflege vorgesehen.

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Pflegebedürftigkeit

Zustand, bei dem eine Person auf regelmäßige Hilfe anderer angewiesen ist, weil körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen vorliegen. In Deutschland wird Pflegebedürftigkeit in Pflegegrade 1–5 eingeteilt (SGB XI).

Pflegediagnose

Fachliche Einschätzung des Pflegebedarfs einer Patientin oder eines Patienten – analog zur ärztlichen Diagnose, aber aus pflegerischer Perspektive. Grundlage für die Pflegeplanung.

Pflegeprozess

Systematisches, sechsstufiges Verfahren zur Planung und Durchführung von Pflegemaßnahmen: (1) Informationssammlung, (2) Pflegediagnose, (3) Pflegeziele, (4) Pflegemaßnahmen planen, (5) Maßnahmen durchführen, (6) Evaluierung. Der Pflegeprozess ist das Grundgerüst professioneller Pflege und zentrales Thema in der Pflegeausbildung.

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PflAPrV

Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung – die Rechtsgrundlage, die Inhalt, Umfang und Prüfungsanforderungen der generalistischen Pflegeausbildung regelt.

Praxisanleitung

Begleitung und Anleitung von Auszubildenden in der Pflegepraxis durch qualifizierte Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter. Gesetzlich vorgeschrieben und Teil jeder Pflegeausbildung.

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Psychiatrie

Medizinischer Fachbereich für psychische Erkrankungen. In der generalistischen Pflegeausbildung ist ein Pflichteinsatz in der psychiatrischen Pflege vorgesehen.

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S–V

Schmerzmittelgabe

Verabreichung von Schmerzmedikamenten – in der Pflege ein Teil der Behandlungspflege, der nur nach ärztlicher Anordnung und mit entsprechender Qualifikation durchgeführt werden darf.

Sturzprophylaxe

Maßnahmen zur Vorbeugung von Stürzen bei pflegebedürftigen Menschen. Dazu zählen Risikoeinschätzung, sichere Umgebungsgestaltung, Schuhwerk, Hilfsmittel und Bewegungsförderung.

Thromboseprophylaxe

Maßnahmen zur Vorbeugung von Blutgerinnseln (Thrombosen), z. B. durch Bewegungsübungen, Kompressionsstrümpfe und ausreichende Flüssigkeitszufuhr.

Validation

Kommunikationstechnik für den Umgang mit demenzkranken Menschen, entwickelt von Naomi Feil. Kernprinzip: Die subjektive Wahrheit und die Gefühle des Menschen werden anerkannt und wertgeschätzt, anstatt korrigiert zu werden. Validation ist eine wichtige Methode in der Betreuung demenzkranker Menschen.

Vitalzeichen

Grundlegende Körperfunktionen, die regelmäßig gemessen werden: Blutdruck, Puls, Körpertemperatur, Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung. Die Kontrolle von Vitalzeichen ist eine Kernaufgabe in der Pflege.

 

W

Wundmanagement

Systematische Versorgung und Behandlung von Wunden. Umfasst Wundreinigung, Wundbeurteilung, Verbandswechsel und Dokumentation. Besonders relevant bei chronischen Wunden, z. B. beim diabetischen Fuß.